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  1901 als Industrie- und Gewerbemuseum des Meininger Oberlandes gegründet, gilt das Deutsche Spielzeugmuseum als die älteste Spielzeug-Spezialsammlung Deutschlands. Die Gründungsinitiative des Lehrers Paul Kuntze (1867–1953) verband sich mit Plänen des Sonneberger Handelsbürgertums um die gewerbliche Bildung der Spielwarenhersteller.

 

  Kuntzes Gründungskonzept umfasste alle wesentlichen Industriezweige des Meininger Oberlandes. Seine Absicht, die Geschichte der oberländischen Industrien in »Entwicklungsreihen« darzustellen, gab die Struktur des Sammlungskonzeptes vor, auf dessen Grundlage sich die Sammlung entfalten und auszeichnen sollte.

 

  Da die Spielwarenherstellung der bedeutendste Industriezweig des Meininger Oberlandes war, nahm das Sammeln von Spielzeug von Beginn an einen breiten Raum ein. Die Sammlungsobjekte dienten vor allem als Anschauungsmaterial für die gewerbliche Bildung. Man sammelte Spielzeug, das die  Kultur der Spielzeugherstellung in der Region belegte sowie sogenannte »Konkurrenzmuster« aus anderen deutschen Herstellungsgebieten und dem Ausland.

 

  Über Ausstellungen in den Warenhäusern Tietz, München und Berlin, knüpfte das Museum wichtige Kontakte und gelangte in den Besitz  einer bedeutenden Sammlung an Künstlerpuppen. 1912 erwarb man historisches Spielzeug aus der Sammlung des Berliner Architekten Oscar Usbeck. 1908 und 1912 gelang die Rückführung der beiden Schaustücke »Gulliver in Liliput«, 1912 die der Weltausstellungsgruppe »Thüringer Kirmes«.

 

  Während des Ersten Weltkrieges bauten die USA, England und Japan eigene Spielwarenindustrien auf – das Museum gewann als Werbefaktor und als Vorbildsammlung an Bedeutung. Nach dem Ersten Weltkrieg orientierte man den Sammlungserwerb auf historisches und zeitgenössisches Spielzeug aus Deutschland und aus dem Ausland.

 

  In den 1930er und 1940er Jahren wurden für den Sammlungserwerb zwei Aspekte bedeutsam: aktuelle Tendenzen der Spielzeuggestaltung und die Bedeutung des Spielzeugs als Erziehungs- und Bildungsmittel. 1928 erwarb man die Spielzeugsammlung des Kinderpsychologen Dr. Siegfried Bernfeld – und damit zugleich erste Spielzeuge aus dem Altertum. 1938 bis 1944 wurde ein großer Teil der Antiken-Sammlung des Archäologen Pierre Mavrogordato erworben.

 

  Parallel knüpfte man Beziehungen zu dem Sammler und Forschungsreisenden Julius Konietzko, aus dessen Besitz man einen großen Teil der Sammlungsobjekte aus europäischen Ländern, Amerika, und Asien erwarb. 1935 übereignete die in Japan lebende Lehrerin Else Marquardt dem Museum eine umfangreiche Sammlung an traditionellem Spielzeug aus Japan sowie Gegenstände aus der Alltagskultur Japans.

 

  Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb der Erwerb zeitgenössischen Spielzeugs weitgehend auf  Erzeugnisse der DDR beschränkt. In den 1970er und 1980er Jahren  profilierte man das Museum zu einem Spezialmuseum für Spielzeug. Neben Spielzeug sammelte man nun auch Produktionsinstrumente der Spielzeugindustrie  und Gegenstände der Alltagskultur der Spielwarenhersteller.

 

  Seit Mitte der 1990er Jahre rückte ein Sammlungskonzept das Spielzeug der Gegenwart in den Mittelpunkt des Erwerbs. Gesammelt wurde »Spielzeug, das für seine Entstehungszeit typisch ist und ›Zeitgeist‹ erkennen lässt.«

 

  Das Deutsche Spielzeugmuseum ist in der Fortschreibung seiner Sammlung der Kultur des Spielzeugs verpflichtet. Eine wesentliche Komponente dieser Aufgabe ist es, Prozesse der Veränderung des Spielzeugs zu dokumentieren. Doch weniger das breite Spektrum zeittypischen Spielzeugs als qualitätvolle Exponate werden künftige Besucher in diesem Museum finden. Das zeitgenössische Industrieprodukt Spielzeug soll in solchen Beispielen in der Sammlung vertreten sein, die sich durch hohen Spielwert und gute Gestaltung auszeichnen.

 

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