Weltausstellungsgruppe »Thüringer Kirmes«

  Die »Thüringer Kirmes« ist das bekannteste Ausstellungsstück des Deutschen Spielzeugmuseums. Mit 67 lebensecht wirkenden Figuren stellt es ein typisches ländliches Volksfest der thüringisch-fränkischen Region, die Kirchweih oder Kirmes, des 19. Jahrhunderts dar. Die Schaugruppe entstand zum Anlass der Weltausstellung 1910 in Brüssel, um die Sonneberger Spielzeugindustrie in aller Welt bekannt zu machen. An der Umsetzung des Entwurfes von Reinhard Möller (1855–1912) waren 37 Sonneberger Firmen beteiligt sowie Schüler der Sonneberger Industrieschule, Modelleure und Handwerker. Die Schaugruppe wurde in Brüssel mit einem »Grand Prix« ausgezeichnet. Nach der Weltausstellung gelang es, die Gruppe nach Sonneberg zurückzuholen.

 

Von den seit 1851 stattfindenden Weltausstellungen haben sich nur wenige Objekte oder Pavillons erhalten. Die Bewahrung einer ganzen Inszenierung ist ein Glücksfall. Dem Engagement der Bevölkerung aus Stadt und Landkreis Sonneberg um die Erhaltung der »Thüringer Kirmes« folgte eine Phase des Planens und Bauens, der Restaurierung und schließlich der Neuaufstellung der Schaugruppe. Seit 2014 wird sie im neuen Erweiterungsbau des Museums präsentiert.